Meine Bildgründe bedecke ich mit Schichten aus Farben, Pigmenten und Ölkreiden, mit alten Papieren und Stofffetzen, mit Fundstücken.

Auftragen, abkratzen, verwischen... und noch einmal von vorn... So erschaffe ich eine raue, lebendige Oberfläche mit Verletzungen und Tiefe.

Von diesen Spuren lasse ich mich inspirieren, folge meiner Intuition und Neugierde.

 

Ein verträumter Moment, ein (noch) unbestimmter Gedanke, eine zufällige Begegnung, die Lebewesen und Gegenstände in meiner Umgebung... jedem Alltag wohnt ein Zauber inne.


Täglich sammle ich etwas davon in meinen Skizzenbüchern, ich male, schreibe, klebe Collagen. Besonders gern zeichne ich gleich morgens nach dem Aufstehen, wenn sich Traum und Alltag noch berühren und die Hände etwas steif sind. Wenn die Zeichenfeder über das Papier kratzt, werde ich wach und tauche tief - tief ein in mein eigenes und in das kollektive Unbewußte auf der Jagd nach Wundern, die im Verborgenen lauern...

Seefrauengarn

 

Unterm Strom trocknen

Segel an den Wänden

Worte wiegen sich

zu einer rauen

Melodie

 

In der Zwischenzeile

lauern Komplimente

eine Ode

unerhörter

Poesie

 

Leni Nuber